15/07/2026

Was sind Rotationsstösse bei Schutzhelmen?

Schutzhelme sind dafür konzipiert, den Kopf bei der Arbeit vor Stosseinwirkungen zu schützen.

Bei der Auswahl eines Arbeits- oder Bauhelms ist es unerlässlich, die Konformität mit den einschlägigen Normen zu überprüfen, beispielsweise mit der EN 397 für die Industrie oder der EN 12492 für Arbeiten in der Höhe.

Denken wir beispielsweise an einen Gleichgewichtsverlust, ein Ausrutschen, einen Aufprall gegen eine Struktur oder den Sturz eines Gegenstands aus der Höhe: In solchen Situationen erfolgt der Aufprall nahezu nie ausschliesslich frontal oder senkrecht. Neben der Aufprallkraft kann dadurch auch eine Rotationsbewegung des Kopfes entstehen.

Diese Dynamik wird als Rotationsstoss bezeichnet und steht heute zunehmend im Fokus der wissenschaftlichen Forschung sowie der Helmhersteller, die neue Prüfverfahren entwickeln und weiterentwickeln, um ihre Auswirkungen besser zu verstehen.

Zu den Herstellern, die sich intensiv mit diesem Thema befasst haben, gehört auch KASK. Das Unternehmen verwendet seit 2019 den KASK Rotational Impact WG11 Test als zusätzliches Prüfprotokoll, um das Verhalten seiner Helme auch bei Rotationsstössen zu bewerten.

 

Warum hat KASK das WG11-Protokoll entwickelt?

Die Normen für Schutzhelme sehen zahlreiche Prüfungen vor, um deren Schutzwirkung und Leistungsfähigkeit zu überprüfen.

Bis heute gibt es keinen einheitlichen internationalen Standard, der einen spezifischen Test für Rotationsstösse bei Schutzhelmen vorschreibt. Aus diesem Grund hat KASK den KASK Rotational Impact WG11 Test entwickelt - ein zusätzliches Prüfprotokoll, das die Schutzwirkung der eigenen Helme auch bei Rotationsstössen bewertet.

Dieses Prüfverfahren basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, den Weiterentwicklungen bei der Messung von Rotationsbeschleunigungen, der langjährigen Erfahrung von KASK im Bereich des Kopfschutzes sowie auf den Anforderungen der ECE 22.06, einer der ersten Normen, die einen speziellen Test für Rotationsstösse vorsieht.

Wie funktioniert der KASK WG11-Test für Rotationsstösse?

Der KASK Rotational Impact WG11 Test umfasst einen Aufprall unter einem Winkel von 45° mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 6 m/s auf eine raue Aufprallfläche. Dadurch lassen sich realistische Aufprallbedingungen simulieren und eine Rotationsbewegung des Helms erzeugen.

Während des Tests werden verschiedene Parameter gemessen, darunter:

  • Lineare Beschleunigung

  • Rotationsbeschleunigung

  • HIC-Wert (Head Injury Criterion)

  • BrIC-Wert (Brain Injury Criterion)

Um zuverlässige Messergebnisse zu erhalten, wird ein Prüfkopf gemäss der Normenreihe EN 960 verwendet, der mit Sensoren ausgestattet ist, welche sowohl lineare als auch rotatorische Beschleunigungen erfassen können.

Ziel des Tests ist es, objektive Daten über das Verhalten des Helms bei Rotationsstössen zu gewinnen.

 

Was ist der BrIC?

Unter den Parametern, die im KASK Rotational Impact WG11 Test analysiert werden, ist der BrIC (Brain Injury Criterion) einer der wichtigsten.

Dabei handelt es sich um einen Index, der in der wissenschaftlichen Forschung verwendet wird, um das theoretische Risiko von Hirnverletzungen infolge von Rotationsbeschleunigungen abzuschätzen.

Nach den von KASK angewandten Kriterien liegt der Referenzwert bei 0,68. Je niedriger der BrIC-Wert, desto geringer ist das theoretische Verletzungsrisiko.

KASK gibt an, dass alle Schutzhelme des Unternehmens, die dem KASK Rotational Impact WG11 Test unterzogen wurden, BrIC-Werte unter 0,39 erreichen und damit deutlich unter dem im Prüfverfahren festgelegten Referenzwert liegen.

Ist der WG11-Test eine Zertifizierung für Schutzhelme?

Nein. Der KASK WG11 Test ersetzt weder die nach den geltenden Normen für Schutzhelme vorgeschriebenen Zertifizierungen noch stellt er einen europäischen Standard dar.

Es handelt sich um ein von KASK entwickeltes und registriertes Prüfverfahren, das der zusätzlichen Bewertung der Schutzwirkung der eigenen Helme bei Rotationsstössen dient.

Die vorgeschriebenen Zertifizierungen bleiben die grundlegende Voraussetzung für die Verwendung eines Helms als Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Der KASK Rotational Impact WG11 Test ist hingegen ein freiwillig von KASK eingeführtes zusätzliches Prüfverfahren.

 

 

Warum stellt dies einen Mehrwert dar?

Die Kenntnis der vom Hersteller durchgeführten zusätzlichen Prüfverfahren ermöglicht eine fundiertere Bewertung eines Schutzhelms, die über die Mindestanforderungen der geltenden Zertifizierungen hinausgeht.

Der KASK WG11 Test wurde entwickelt, um zusätzliche Daten über das Verhalten des Helms bei Rotationsstössen und den dadurch verursachten Rotationsbeschleunigungen des Kopfes zu gewinnen.

Dieses Prüfverfahren unterstreicht das Engagement von KASK für die Weiterentwicklung der Forschung im Bereich des Kopfschutzes sowie für die Entwicklung immer fortschrittlicherer Prüfmethoden.

 

KASK MONTEURHELM SUPERPLASMA AQ image

KASK MONTEURHELM SUPERPLASMA AQ

CHF 80,00

Leichter und komfortabler Schutzhelm für den täglichen Einsatz auf Baustellen und bei Wartungsarbeiten. Die HDPE-Aussenschale mit EPS-Innenschale bietet einen hohen Schutz vor Stosseinwirkungen, während das Quick-Fit-System und die 14 Belüftungsöffnungen für einen sicheren Sitz und hohen Tragekomfort sorgen. Der Helm ist mit Visieren, Gehörschutz und Stirnlampen kompatibel und verfügt über den KASK Rotational Impact WG11 Test für zusätzliche Sicherheit bei Rotationsstössen. Erwartete Lebensdauer: 10 Jahre.

MONTEURHELM KASK ZENITH-X image

MONTEURHELM KASK ZENITH-X

CHF 118,00

Hochleistungs-Schutzhelm für den intensiven professionellen Einsatz auf Baustellen und in der Industrie. Die Aussenschale aus HD-Polypropylen in Kombination mit der EPS-Neopor® Ccycled®-Innenauskleidung von BASF und der D-CORE-Technologie sorgt für eine hervorragende Stossdämpfung. Das Adaptive-Fit-System und die DRY+ Polsterung gewährleisten einen sicheren Sitz und lang anhaltenden Tragekomfort. Dank der Easy-Click-Aufnahmen ist der Helm mit Visieren, Schutzbrillen und weiterem Zubehör kompatibel. Zusätzlich verfügt er über den KASK Rotational Impact WG11 Test für zusätzliche Sicherheit bei Rotationsstössen. Erwartete Lebensdauer: 10 Jahre.